Winterreifen ab 2018 nur mit Schneeflocke

Der Wintereinbruch im Dezember hat den Autoversicherern kurz vor dem Jahresende 2017 spürbar mehr Schadenfälle gebracht. Schnee und Eis auf den Straßen sorgen immer wieder für Unfälle, und das trotz der seit 2010 geltenden Winterreifen-Pflicht. Zum Glück bleibt es meist bei Blechschäden. Mit angepasster Fahrweise und den richtigen Reifen lässt sich das Unfallrisiko deutlich reduzieren.

Auf das Alpine-Symbol kommt es an

Bei winterlichen Straßenverhältnissen müssen Kraftfahrzeuge mit geeigneter Bereifung ausgerüstet sein. Nicht nur Schnee und Glatteis zählen dazu, sondern auch bereits einfache Reifglätte. Es reicht also nicht, sein Auto mit Sommerreifen einfach stehen zu lassen, wenn es geschneit hat. Bislang galten Winter-, Allwetter- und Ganzjahresreifen mit dem M+S Zeichen bereits als geeignete Bereifung. Das Problem: M+S (mud and snow oder auf Deutsch Matsch und Schnee) ist an kein Prüfverfahren gebunden. Richtige Winterreifen sind mit einem anderen Symbol gekennzeichnet, nämlich dem Alpine-Zeichen. Das ist ein Gebirge mit drei Spitzen und einer Schneeflocke darin. Ab 2018 produzierte Reifen gelten nur dann als geeignete Winterreifen, wenn sie das Alpine-Symbol tragen.

Die DOT-Nummer kennzeichnet das Produktionsdatum

Aber woher wissen Sie überhaupt, wann ihr „neuer“ Reifen produziert wurde? Bis zu drei Jahre alte Reifen dürfen Ihnen als fabrikneu verkauft werden, bis zu fünf Jahre alte Reifen als neu – das sagt der Bundesverband Reifenhandel. Werfen Sie einen Blick auf die DOT-Nummer, die Sie auf der Reifenflanke finden. Die ersten beiden Ziffern sind die Kalenderwoche, die dritte und vierte Ziffer das Produktionsjahr. Hat Ihr Reifen also zum Beispiel die DOT-Nummer 5215, ist er in der letzten Woche des Jahres 2015 produziert worden. Diesen Reifen müssen Sie nicht ausmustern, auch wenn er kein alpine-Symbol trägt. Bis Ende September 2024 dürfen Sie ihn als Winterreifen nutzen, vorausgesetzt, er hat noch das vorgeschriebene Profil. 1,6 Millimeter sind gesetzlich vorgeschrieben, empfehlenswert sind aber mindestens 4,0 Millimeter.

Versicherungsschutz trotz falscher Reifen

Zunächst die gute Nachricht: Ihre Kraftfahrt-Haftpflichtversicherung zahlt uneingeschränkt, auch wenn Sie mit ungeeigneten Reifen unterwegs waren. Allerdings kann Ihnen bei einem Unfall, an dem Sie eigentlich schuldlos sind, wegen der Sommerreifen ein Mitverschulden angerechnet werden. Muss Ihre Haftpflichtversicherung deswegen einen Teil der Kosten des Unfallgegners übernehmen, belastet das Ihren Schadenfreiheitsrabatt. In der Kaskoversicherung sieht es etwas anders aus: Falsche Bereifung kann grob fahrlässig sein. Ist die grobe Fahrlässigkeit nicht ausdrücklich mitversichert, zahlen Sie einen Teil oder sogar den gesamten Schaden am eigenen Fahrzeug selbst. Außerdem gibt es für ungeeignete Bereifung ein Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

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