Typklassen 2017: große Veränderungen sind selten

Einmal jährlich prüft ein unabhängiger Treuhänder im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) den Schadenverlauf von rund 27.000 verschiedenen Fahrzeugmodellen, die in Deutschland versichert sind. Basis der Untersuchung sind die Schadendaten, die die Mitgliedsunternehmen des GDV anonymisiert in eine gemeinsame Statistik liefern. Ein Indexwert gibt an, wie häufig Fahrzeuge eines bestimmten Typs Schäden erleiden, zum Beispiel in Unfälle verwickelt sind oder gestohlen werden, und wie teuer diese Schäden durchschnittlich sind. Die Einstufung in eine Typklasse ist ein entscheidender Faktor für die Beitragskalkulation.

Unterschiedliche Typklassen für die Versicherungszweige

Für die drei Versicherungszweige Kraftfahrt-Haftpflicht, Vollkasko und Teilkasko werden die Typklassen jeweils separat ermittelt. Das ist sinnvoll, weil die Schadenwahrscheinlichkeit in den Sparten sehr unterschiedlich sein kann. Ein teures Auto wird vielleicht häufig gestohlen, ist aber selten in Unfälle verwickelt, da es meist von routinierten Autobesitzern gefahren wird. In der Kaskoversicherung wird also eher eine hohe Einstufung, in der Haftpflichtversicherung dagegen eine günstige Typklasse ermittelt werden. Bei einem kleinen Auto für Fahranfänger könnte es einen umgekehrten Effekt geben.

Die Typklassen beginnen bei 10 und enden in der Haftpflichtversicherung bei 25, in Vollkasko bei 34 und in Teilkasko bei 33, wobei niedrigere Klassen für einen günstigeren Beitrag stehen. Das neue Typklassenverzeichnis gilt jeweils ab dem 1. Oktober bzw. für bestehende Verträge ab dem neuen Versicherungsjahr, meist also ab dem 1. Januar. Der GDV stellt das Verzeichnis im Internet unter typklasse.de zur Verfügung. Auch wenn es sich um eine unverbindliche Empfehlung handelt, wird es in der Praxis doch von allen deutschen Versicherern übernommen.

Nur 1 % der Fahrzeuge mit großen Sprüngen

Große Veränderungen bleiben im neuen Typklassenverzeichnis weitestgehend aus. Mehr als zwei Drittel aller Autos behalten ihre Einstufung. Einen Sprung um zwei oder mehr Typklassen gibt es nur für rund 1 % der Fahrzeuge. Oft handelt es sich dabei um neue Modelle, die zunächst nur vorläufig eingestuft waren, weil es nicht genügend Schadendaten gab. Negativ-Spitzenreiter ist diesmal der Kia Carens 1.7 CRDI, der sich gleich um vier Klassen verschlechtert. Skoda Fabia 1.9 TDI, Subaru Forester 2.0 und Mercedes GLK 280/300 4matic verbessern sich um zwei Klassen.

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