Rechnungszins der Lebensversicherung sinkt weiter – eine schlechte Nachricht?

Der sogenannte Höchstrechnungszins der Lebens- und Rentenversicherung, auch Garantiezins genannt, wird 2017 voraussichtlich unter die Marke von 1 % fallen. Das Finanzministerium befürwortet eine Absenkung von derzeit 1,25 % auf 0,90 %. Aber ist der fallende Zins tatsächlich eine schlechte Nachricht für die Kunden der Lebensversicherer?

Bestandsgeschäft ist nicht betroffen

Der beim Vertragsabschluss gültige Rechnungszins bleibt unverändert über die gesamte Laufzeit der Versicherung. Und das sind oft viele Jahrzehnte. So kommen auch heute noch zahlreiche Kunden in den Genuss der goldenen Zeiten zwischen 1994 und 2000, als der Zinssatz noch bei 4 % lag. Die Versicherer müssen heute Zinsen zahlen, die sie selbst gar nicht mehr erwirtschaften können. Dafür stellen sie gewaltige Summen zurück, die Zinszusatzreserve. Eine solche Garantie würde in Zukunft niemand mehr geben.

Rechnungszins folgt dem Marktniveau

Maßgeblich für den Rechnungszins ist die Verzinsung, die für besonders sichere Staatsanleihen erzielt wird. Eine Durchschnittsberechnung über zehn Jahre sorgt dafür, dass kurzfristige Marktentwicklungen nicht sofort auf den Rechnungszins durchschlagen, verhindert aber auch die schnelle Angleichung an ein dauerhaft niedriges Zinsniveau. Die beabsichtigte Senkung auf 0,90 % ist marktgerecht.

Private Vorsorge bleibt alternativlos

Nun müssen sich die Versicherer einmal mehr vorhalten lassen, die private Lebens und Rentenversicherung lohne angesichts niedriger Zinsen nicht. Die Gegenfrage sei gestattet: welche Alternativen gibt es, wenn das Niveau der gesetzlichen Rente immer weiter sinkt? Die private Rentenversicherung ist die einzige Vertragsform, die kapitalgedeckt das biometrische Risiko der Langlebigkeit absichert, mit einer garantierten Rente bis ans Lebensende. Mit fondsgebundenen Versicherungen im Zusammenspiel mit neuen Garantieformen bietet sie die Chance, unabhängig von einem Garantiezins bessere Renditen zum Beispiel an den Aktienmärkten mitzunehmen, ohne auf Sicherheit zu verzichten.

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