Private Krankenversicherer mit Plus im zweiten Halbjahr 2016

Der Verband der Privaten Krankenversicherung konnte zum Jahresauftakt 2017 eine überraschend positive Zahl präsentieren: Erstmals seit 2012 stieg im zweiten Halbjahr 2016 die Zahl der privat krankenversicherten Kunden, so der Verbandsvorsitzende Uwe Laue.

Positiver Wechselsaldo

Für das Gesamtjahr 2016 bleibt ein minimaler Rückgang von 17.300 auf jetzt knapp 8,8 Millionen Vollversicherte in der deutschen PKV. Diese Entwicklung ist einerseits bestimmt durch Geburten und Sterbefälle, aber eben auch durch den Wechsel von der gesetzlichen zur privaten Krankenversicherung und umgekehrt. Der Wechselsaldo endete 2016 sogar mit einem kleinen Plus für die PKV: 121.000 Menschen kehrten der GKV den Rücken und sind jetzt Privatpatienten, 120.000 Versicherte traten den Rückweg in die Sozialversicherung an. Die letztgenannte Zahl ist aber nicht immer das Ergebnis freier Entscheidung. Beginnt beispielsweise ein über die Eltern privat versicherter Jugendlicher eine Ausbildung, wird er automatisch in der GKV versicherungspflichtig.

Bürgerversicherung ist Thema im Wahljahr

Ab 1998, als eine rot-grüne Koalition die konservative Bundesregierung ablöste, wurden die Voraussetzungen für einen Wechsel in die PKV massiv verschärft. Ein Grund dafür, dass die PKV heute verlorenen Boden wiedergutmachen kann, dürfte die vor der Bundestagswahl erneut aufflammende Diskussion um eine Bürgerversicherung sein. Trotz einer auf 56.250 Euro gestiegener Versicherungspflichtgrenze wollen sich einige gut verdienende Arbeitnehmer noch ihren PKV-Vertrag sichern, falls das duale System der Krankenversicherung unter der nächsten Regierung keine Zukunft haben sollte. Es geht um viel Geld: 233 Milliarden Euro haben die PKV-Unternehmen für ihre Kunden in der Alterungsrückstellung angespart. Sollte die Bürgerversicherung tatsächlich kommen, müsste entschieden werden, was mit diesem Geld passiert. Ein Vertrauensschutz für die PKV-Kunden ist wahrscheinlich.

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