Pflegestärkungsgesetz verabschiedet – private Vorsorge jetzt prüfen

Im Juni 2016 hat der Bundestag das Dritte Pflegestärkungsgesetz (PSG III) beschlossen. Nach Zustimmung des Bundesrates treten am 1. Januar 2017 umfangreiche Neuerungen, auch durch das bereits verabschiedete PSG II in Kraft. Wesentliche Änderungen betreffen den Begriff der Pflegebedürftigkeit. Die bisherigen Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade abgelöst, die in einem ebenfalls neuen Begutachtungsverfahren festgestellt werden. Körperliche Beeinträchtigungen und Demenz sind nun gleichrangig, das heißt, der Demenzkranke erhält einen wesentlich besseren Zugang zu Pflegeleistungen.

Insgesamt wird eine Erhöhung der Ausgaben der gesetzlichen Pflegeversicherung um rund 20 % prognostiziert. Wer bereits Pflegeleistungen bezieht, genießt Vertrauensschutz. Zudem wird die Pflegeberatung durch die Kommunen gestärkt. Das ist auch dringend nötig, denn Pflege ist ein Thema mit rasant wachsender Bedeutung. 2,6 Millionen Pflegebedürftige gab es nach den letzten veröffentlichten Zahlen im Jahr 2013 in Deutschland. Durch demografischen Wandel und steigende Lebenserwartung ist ein Anstieg um 35 % bis 2030 zu erwarten. Im Alter von neunzig Jahren – künftig keine Seltenheit mehr – sind 50 % der Männer und sogar zwei Drittel der Frauen pflegebedürftig.

Klar ist schon heute: wenn die Babyboomer der 1950er und 1960er Jahrgänge älter werden, reicht das heutige Beitragsniveau keinesfalls aus. Um den Beitragsanstieg zu begrenzen, ist eine Leistungskürzung zu erwarten. Stationäre Pflege kostet bereits jetzt bis zu 3.400 € im Monat. Davon übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung außer in Härtefällen nicht mehr als 1.612 €. Wer privat krankenversichert und deshalb in der Pflegepflichtversicherung ist, bekommt auch nicht mehr.

Die gesetzlichen Neuregelungen sind ein guter Zeitpunkt, um über eine private Zusatzversicherung nachzudenken oder sie gegebenenfalls aufzustocken. Sie haben die Wahl zwischen einer Pflegekostenversicherung, die die entstehende Kostenlücke bis zum vereinbarten Höchstbetrag oder Prozentsatz deckt, und einer Pflegetagegeldversicherung, die einen fixen monatlichen Betrag beisteuert. Sind die absetzbaren Höchstgrenzen noch nicht ausgeschöpft, mindern die Beiträge zur privaten Pflegezusatzversicherung als sonstige Vorsorgeaufwendungen die Einkommensteuer.

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