Guten Rutsch … aber nicht auf dem Gehweg!

Hatten Sie einen „guten Rutsch“ in das Jahr 2018? Glatteis zum Jahreswechsel wird es wohl nur in wenigen exponierten Lagen gegeben haben. Der Neujahrsgruß hat auch nichts mit Eisglätte zu tun. Vermutlich wünschte man früher mit diesen Worten eine „gute Reise“ ins neue Jahr. Für die Haftpflichtversicherer ist die winterliche Räum- und Streupflicht ein Thema, das Jahr für Jahr genauso sicher wiederkehrt wie Dinner for one an Silvester.

Regionale Regelungen in den Gemeinden

Grundsätzlich trifft den Grundstückseigentümer eine sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Er muss dafür sorgen, dass sich Bewohner, Besucher, Post- und Zeitungsbote und Passanten gefahrlos auf dem Grundstück bewegen können. Dazu gehört das Vermeiden von Stolperfallen, ausreichende Beleuchtung und eben auch das Räumen und Streuen des Gehwegs vor dem Haus. Gesetze und Verordnungen der Gemeinden konkretisieren die Räum- und Streupflicht. Welche Zeiten genau gelten, ist regional verschieden. Zum Beispiel kann die Räumpflicht an Werktagen um 6 oder 7 Uhr, an Sonn- und Feiertagen aber erst um 9 Uhr beginnen und bis 20 oder 21 Uhr dauern. Wer nicht selbst für einen gefahrlosen Weg sorgen kann, darf die Räum- und Streupflicht delegieren, zum Beispiel an einen Hausmeister oder an den Mieter im Erdgeschoss. Der Grundstückseigentümer muss sich aber zumindest gelegentlich davon überzeugen, dass der Auftragnehmer der Arbeit auch nachkommt.

Die Versicherung prüft die Haftung

Und wenn doch ein Mensch zu Fall kommt und sich verletzt? Häufig gibt es Streit um die Haftung. Hat der Eigentümer vorschriftsmäßig Schnee geräumt und glatte Stellen stumpf gemacht? Hat sich der Unfall gegebenenfalls außerhalb der festgelegten Räumzeiten ereignet? War der Passant bei anhaltendem Schneefall vorsichtig genug, oder trifft ihn ein Mitverschulden? Die Prüfung der Haftungsfrage ist die erste Leistung Ihrer Versicherung. Sie selbst brauchen sich mit juristischen Details nicht auseinanderzusetzen. Unberechtigte Ansprüche wehrt der Versicherer für Sie ab, berechtigte Forderungen begleicht er.

Privathaftpflichtversicherung reicht oft aus

Die Haftung als Grundstückseigentümer ist üblicherweise in der Privathaftpflichtversicherung enthalten, wenn es sich um ein selbst bewohntes Einfamilienhaus handelt. Nur wenn Sie eine Immobilie vermietet haben, benötigen Sie eine separate Haftpflichtversicherung für Haus- und Grundbesitzer. Sie ist weit über die Räum- und Streupflicht hinaus wichtig, denn Sie haften zum Beispiel bei herabfallenden Dachziegeln mit Ihrem gesamten Vermögen bereits für ein vermutetes Verschulden, müssen also selbst den Beweis erbringen, dass Sie einen Schaden nicht verschuldet haben.

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