Fahrradversicherungen sind oft entbehrlich

Mit der richtigen Hausratversicherung ist eine separate Fahrradversicherung eigentlich überflüssig – zumindest wenn es um den einfachen Diebstahl von Fahrrädern geht. Dieses Risiko ist nämlich in vielen Hausrat-Policen bereits enthalten oder kann gegen Beitragszuschlag mitversichert werden.

Zunächst gilt es, mit einem weit verbreiteten Irrtum aufzuräumen: Fahrräder sind als Hausrat ganz normal versichert, genau wie ein Schrank oder ein Mantel. Allerdings bezieht sich die Hausratversicherung nur auf bestimmte Gefahren, zum Beispiel Brand, Einbruchdiebstahl und Raub. Einfacher Diebstahl – ohne Einbruch – gehört nicht dazu. Kommt das Fahrrad also bei einem Wohnungsbrand zu Schaden oder wird es aus dem verschlossenen Keller gestohlen, zahlt die Hausratversicherung auch ohne besondere Vereinbarung. Das gleiche gilt, wenn ein teures Rennrad unterwegs geraubt wird, indem der Täter Gewalt anwendet oder androht. Ein Radsportler, der sein Rad entweder in der Wohnung hat oder unterwegs darauf sitzt, braucht demnach überhaupt keine Fahrradklausel. Sie ergänzt den Versicherungsschutz nämlich nicht um die Sache „Fahrrad“, sondern um die Gefahr „einfacher Diebstahl“. Dabei geht es um die Fälle, in denen das Rad draußen, beispielsweise vor einer Gaststätte, vor dem Kino oder im offenen Fahrradschuppen an der Schule oder am Arbeitsplatz abgestellt wird.

Die Fahrradklausel zur Hausratversicherung setzt keinen Einbruch voraus. Der einfache Diebstahl ist versichert, wenn das Fahrrad mindestens durch ein handelsübliches Schloss gesichert war. Ältere Policen enthalten noch einen Nachtzeit-Ausschluss. Danach gibt es zwischen 22 und 6 Uhr nur Versicherungsschutz, wenn das Fahrrad noch in Gebrauch war, also zum Beispiel die Absicht bestand, es noch zur Rückfahrt zu nutzen. Wer bei Freund oder Freundin übernachtet, hat dagegen Pech gehabt. Moderne Verträgen sollten eine solche Beschränkung nicht mehr kennen.

Oft ist die Entschädigung im Rahmen der Fahrradklausel begrenzt, zum Beispiel auf 1 % der Versicherungssumme. Achtung – diese Grenze gilt pro Versicherungsfall, nicht pro Fahrrad. Werden beim Familienausflug mehrere Räder gleichzeitig gestohlen, wird die Summe nur einmal gezahlt. Sporträder und vor allem Pedelecs kosten mehrere tausend Euro. Die Entschädigungsgrenze muss also hoch genug gewählt werden. Ideal sind Verträge, die auch den einfachen Diebstahl von Fahrrädern bis zur vollen Höhe der Versicherungssumme entschädigen.

« zurück zur Übersicht

Sprechen Sie uns unverbindlich an 
0281 / 319363-0