Die Versicherung schwerer Krankheiten ergänzt die Grundfähigkeits-Versicherung

Seit die klassische Lebensversicherung – in vielen Fällen übrigens zu Unrecht – als Kapitalanlage-Produkt durch niedrige Zinsen an Attraktivität verloren hat, wenden sich die Lebensversicherer wieder verstärkt ihrer Kernkompetenz zu, der Versicherung sogenannter biometrischer Risiken. Das sind solche, die das Leben bzw. den Lebensunterhalt eines Menschen betreffen. Die wichtigsten Formen sind der vorzeitige Tod, dessen finanzielle Folgen für die Hinterbliebenen in der Lebensversicherung abgesichert werden, und das überlange Leben, dafür gibt es die (private) Rentenversicherung. Aber auch die Versicherung von Folgekosten schwerer Krankheiten gehört zu den Formen der biometrischen Versicherung.

Deckungskonzept nach dem Vorbild der Dread-Disease-Versicherung

Die Versicherung schwerer Krankheiten wurde 1983 in Südafrika entwickelt und ist im angloamerikanischen Markt seit langem verbreitet. Die Police heißt dort Dread Disease, zu Deutsch etwa gefürchtete Krankheiten. Im ersten Moment mag man nur an Krebs, Herzinfarkt und Schlaganfall denken, tatsächlich ist der Katalog der versicherten Ereignisse jedoch viel länger. Auf die bloße Zahl der abgedeckten Krankheiten kommt es aber nicht an. Analysen zeigen, dass zwei Drittel der Leistungsfälle auf Krebs zurückzuführen sind. Mit weitem Abstand folgen Multiple Sklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und Angioplastie, eine Gefäßkatheter-Operation. Der ganze Rest macht nur noch 7 % der Versicherungsfälle aus.

Kein vollwertiger BU-Ersatz

Die Versicherung schwerer Krankheiten darf keinesfalls als vollwertiger Ersatz für eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) verstanden werden. In vielen Fällen ist nur eine einmalige Kapitalleistung vorgesehen. Der Schutz ist damit eher mit der Invaliditätsleistung einer Unfallversicherung vergleichbar, aber eben bezogen auf einen anderen Auslöser des Leistungsfalls. Je nach Vertragsgestaltung können zwar Zusatzbausteine wie Pflegekosten und auch eine monatliche Rente vereinbart sein, aber der Verlust der Erwerbsfähigkeit durch eine der versicherten Krankheiten ist nur ein sehr kleiner Ausschnitt. Wer dagegen wegen eines Risikoberufes oder aufgrund von Vorerkrankungen statt der BU eine Grundfähigkeitsversicherung abschließt, hat mit der Versicherung schwerer Krankheiten eine sinnvolle Ergänzung. Unternehmer nutzen die Krankheitsversicherung auch als sogenannte Keyman-Versicherung, eine Police gegen den Ausfall von Führungskräften und Experten in Schlüsselfunktionen.

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