2017 steigen die Beitragsbemessungs-Grenzen

Alle Jahre wieder: neue Bemessungsgrenzen in der Sozialversicherung
Die Meldung aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird niemanden wirklich überrascht haben: Jedes Jahr Anfang September werden die vorläufigen Grenzwerte der Sozialversicherung veröffentlicht. Und wenn das Bundeskabinett im Oktober die sogenannte Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2017 endgültig beschließt, wissen Gutverdienende ganz sicher, dass die Sozialversicherung im kommenden Jahr für sie teurer wird.

Sozialkassen werden an der Einkommensentwicklung beteiligt

Ermessensspielraum hat die Politik nicht, denn die Beitragsbemessungsgrenzen folgen nach klaren Regeln dem Lohnniveau. Das ist 2015 in Westdeutschland um 2,46 % und in Ostdeutschland um 3,91 % gestiegen. Deshalb erhöht sich die Bemessungsgrenze der allgemeinen Rentenversicherung im Westen um 1.800 € im Jahr auf 76.200 € und im Osten um 3.600 € auf 68.400 €. Bei einem Arbeitnehmer-Anteil am Rentenversicherungsbeitrag von 9,35 % bedeutet das eine Erhöhung von rund 14 € in den alten und 28 € in den neuen Bundesländern für alle, deren Einkommen mindestens so hoch ist wie die neuen Grenzen.

Warum ist diese Anpassung nötig? Arbeitnehmer zahlen Beiträge nur bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze. Wäre diese starr, würden die Lasten überproportional von Menschen mit Einkommen unterhalb der Grenze finanziert. Aber nicht nur der Beitrag, sondern auch viele Leistungen sind von der Bemessungsgrenze abhängig, beispielsweise die maximale Rentenhöhe, Arbeitslosen- und Krankengeld für gesetzlich Versicherte. Die Versorgungslücke der Besserverdienenden würde also immer größer, wenn das Einkommen steigt, die Grenzwerte der Sozialversicherung aber konstant blieben.

Auswirkungen auch auf die Krankenversicherung

In der Kranken- und Pflegeversicherung erhöhen sich sowohl die Beitragsbemessungsgrenze als auch die Versicherungspflichtgrenze um jährlich 1.350 € auf 52.200 € bzw. 57.600 €. Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wird damit weiter erschwert. Wer nur knapp über der aktuellen Grenze verdient und privat versichert ist, könnte im nächsten Jahr wieder gesetzlich versicherungspflichtig werden, darf sich aber von der Versicherungspflicht befreien lassen. Gern beraten wir Sie, was nach Ihren Lebensumständen die beste Lösung ist. Wer privat versichert ist und das auch bleiben möchte, profitiert oft von einem höheren Arbeitgeberzuschuss, der mit dem neuen Höchstbeitrag zur GKV ansteigt.

« zurück zur Übersicht

Sprechen Sie uns unverbindlich an 
0281 / 319363-0